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KAMARUTA e.V.    Know-How-Transfer for Healthcare
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Ziele des Projekts

Ziel des Kamerun-Projekts ist die Strukturierung der Krankenhausapotheke des Mbingo Hospitals in Bamenda, Kamerun. Im Vordergrund steht dabei die Verwaltung der Arzneimittel sowie die Sicherstellung der ordnungsgemäßen und zielgerichteten Abgabe von Medikamenten. Das Projekt wurde beantragt von Mr. Denis Warri, dem Finanzkoordinator des Mbingo Hospital. Denis Warri ist ehemaliger Stipendiat des ILT-Programms (International Leadership Training) für Gesundheitsmanagement der Hochschule Neu-Ulm.

Projektdurchführung: 2009 und 2010.

Das Mbingo Baptist Hospital in Bamenda, Kamerun

Bericht 1 zum Kamerun-Projekt   Südwestpresse Februar, 2009

Bericht 2 zum Kamerun-Projekt   Projektbericht Apotheke Kamerun




Das Mafinga Distict Hospital

Mafinga ist ein Ort im Südwesten Tansanias im gleichnamigen Tee- und Holzzentrum; es liegt 300km westlich von Mbeya, kurz vor der Grenze zu Malawi, und ist 600km von Dar es Salaam entfernt, der kommerziellen Hauptstadt an der Küste, erreichbar über den Tanzam Highway (Tanzania-Zambia Highway). Das Mafinga District Hospital verfügt über 150 Betten und versorgt eine Bevölkerung von 300,000. Es ist darüber hinaus die Zentrale für fünf Health Centres und 47 Dispensaries (Erste-Hilfe-Anlaufstationen).

Die Mitarbeiter des Mafinga District Hospitals, die am Einführungskurs in das Krankenhausinformationssystem teilnahmen.

Wie es zum Kamaruta-Projekt Mafinga kam

Im Jahr 2006 kam der junge Chefarzt des Krankenhauses, Dr Augustino Hellar nach Deutschland, um an einem Training (bei INWEnt und der Hochschule Neu-Ulm) in Saarbrücken und Neu-Ulm in Krankenhaus-Management teilzunehmen. Teil dessen war ein Transfer-Projekt, das er in Deutschland vorbereiten sollte, in Absprache mit seinen ProfessorInnen an der Hochschule Neu-Ulm und mit seinen KollegInnen an dem Krankenhaus, wo er sein Praktikum ableistete.

Dr Hellar was schon lange der Meinung, dass das System zur Patientenverwaltung und Finanzbuchung am Krankenhaus in Mafinga verbesserungsdürftig sei. So bezahlen die meisten PatientInnen dort – wie an den meisten Krankenhäusern Tansanias auch – direkt bei der Anmeldung. Diese Bezahlung wird dann in einem Exercise Book (einer Art Schulheft), zusammen mit späteren Einträgen, für z.B. Diagnosen und Behandlungen, festgehalten. Da diese Einträge nicht lückenlos sind, war es bisweilen schwierig, einen Überblick über die Geldeinnahmen des Krankenhauses zu bekommen.

Dr Hellar entschloss sich, diesem Thema im Rahmen seines Tranferprojekts anzunehmen, mit dem Ziel, ein transparentes System für die Finanzen ins Leben zu rufen, zugänglich für alle. Als er später von einer Dozentin der HS Neu-Ulm besucht wurde, sprach er darüber, wie er das System am liebsten gestalten würde. Aus diesen Gesprächen über Chai und bei der langen Fahrt von Dar es Salaam und später dann nach ausführlichen Beratungen in Deutschland entstand die Idee, das Projekt bei Kamaruta e.V. zu beantragen. Kamaruta e.V. war bereit, das Projekt zu unterstützen, da es die Bedingungen des Vereins erfüllte, und auch eine gewisse Nachhaltigkeit versprach.

Erstes Arbeiten mit dem rechnergestützten Patientenverwaltungssystem

Die Durchführung des Projekts

Es war schnell klar, dass hier nicht nur ein Computersystem mit entsprechender Software gebraucht würde, vielmehr musste auch das Personals des Patientenaufnahmebereichs mit der Benutzung des Computers vertraut gemacht und in der Nutzung der Software geschult werden. Auch sollte die Idee verfolgt werden, das System mit der bisherigen Registrierung der PatientInnen und der Dokumentation der Behandlungsdaten zu verbinden. Zur Durchführung des Projekts fanden sich drei engagierte Studierende - Katrin Andres, Daniela Hilbig sowie Andreas Mack - der Hochschule Ulm bereit, die die Aufgabe mit ihrer Bachelorarbeit im Fach Medizinische Dokumentation und Informatik verbinden wollten. In engem Email-Kontakt mit Dr. Hellar wurden die Anforderungen an das System im Detail erarbeitet und auf der Basis der openSource Krankenhaussoftware Care2X umgesetzt.

In Februar 2008 fuhren die drei Studierenden nach Mafinga, um das System dort vor Ort zu installieren. Im Gepäck waren 2 Computer, ein Laptop, drei Bildschirme sowie eine Menge an Zubehör. Durch die Verknüpfung mit anderen Projekten und Geldquellen, konnte die Finanzierung der Reise nach Tansania gesichert werden. Mit 6 ausgesuchten Krankenhausmitarbeitern wurden über drei Wochen hin Schulungen durchgeführt, und schließlich das System erfolgreich zum Einsatz gebracht.

Nachdem die Studierende abgereist waren, gab es Probleme im Zugang zu dem System, die zunächst nicht von den Mitarbeitern vor Ort gelöst werden konnten. Dies verursachte eine Menge Emails und schlaflose Nächte in Tansania und in Deutschland. Glücklicherweise konnte aber schon bald ein Mitarbeiter eines Krankenhauses in Arusha, im Norden Tansanias, gefunden werden, der die entscheidenden Hilfestellungen geben konnte. Mittlerweile ist auf diesem Weg ein kleines Netzwerk in Tansania entstanden. Auch konnte inzwischen ein Mitarbeiter des Mafinga District Hospitals auf Einladung des IICD (International Institute for Communication and Development) an einer Weiterbildung in Informationstechnologie in Dar es Salaam teilnehmen.

Es durfte auch gelacht werden.

Fazit

Das System funktioniert. Allerdings anders als zunächst gedacht. Die Mitarbeiter in Mafinga haben den Betrieb und die Wartung selbst in die Hand genommen und warten nicht darauf, dass bei Problemen die Rettung aus Deutschland kommt. Sie haben engen Kontakt zu anderen aufgenommen, die das gleiche System benutzen, und einige der Mitarbeiter haben ein wertvolle Schulung erhalten, die ihnen demnächst sehr zugute kommen könnte, da das Gesundheitsministerium überlegt, Care2X allgemein in tansanischen Krankenhäuser einzuführen.




Verantwortlich im Sinne des MDStV/ViSdP: KAMARUTA e.V.
© | 2006